Adjudantenschnur

siehe Fangschnur

 

Alaaf

Der Ursprung des Wortes „Alaaf“ führt zurück bis ins 15. Jahrhundert, wo der altkölnische Spruch „al aff“ (alles ab / alles weg/ über alles) auf Bierkrügen zu finden ist. Erstmals schriftlich belegt ist der Ausruf 1635 – als Trinkspruch in einer Bittschrift des Fürsten Metternich an den Kölner Kurfürsten. 1823 wird das "Festordnende Komitee" in Köln gegründet und der Karneval eroberte immer mehr auch die Straßen in Köln. Immer häufiger ist dann auch der karnevalistische Gruß „Kölle Alaaf“ zu hören. Er soll so viel bedeuten wie „Köln allein, Köln allen voran". Heute ist er der karnevalistische Schlachtruf.

Die Gegend am Niederrhein und in Düsseldorf bevorzugt das närrische Helau (siehe unter Helau).

 

Alternativer Karneval

In Düren sind es die Skunks, die den sog. Alternativen Karneval anbieten. Im Juni 2001 im Kommcenter gegründet, entwickelten sie sich in vielen Jahren zu einer nicht mehr wegzudenkenden karnevalistischen Größe, die aber mit dem eigentlichen Karneval nichts zu tun haben möchte.

Mehr dazu unter: http://www.duereninfo.de/Skunksitzung/skunk01/01.html

 

Applaus

Applaus ist  das „Brot des Künstlers“. Nicht nur für die, die am  Karneval verdienen, sondern gerade auch für die, die ehrenamtlich für die Besucher der Veranstaltungen ihre Darbietungen bringen ist dies von besonderer Wichtigkeit. Ihnen sollte man daher für ihr Engagement besonders herzlich danken.

Es gibt freundlichen Applaus, stürmischen Applaus, Standing Ovation und natürlich auch Bravo – Rufe.

Und dann fordert manchmal bei Spitzenleistungen der Sitzungspräsident das Publikum zu einer „Rakete“ auf. Die Kommandos lauten:

  • An die Gewehre“ = macht Euch bereit, bewegt die Arme

  • Kommando 1 = Trommeln mit den Händen auf den Tischen / Trampeln mit den Füßen

Kommando 2 = lautes Klatschen

Kommando 3 = die Hände zum Himmel und „Peng“ rufen.

Pfeifen dagegen sollte man unterlasse. Dies gilt als negativ.

 

 

Aschermittwoch

Am Aschermittwoch ist es mit dem karnevalistischen Treiben aus und vorbei. Die Session hat ihr absolutes Ende gefunden. An diesem Tag endet auch unwiderruflich die Amtszeit der Narrenherrscher (Prinz, Prinzenpaar, Dreigestirn oder wie auch immer sie örtlich benannt sind). Der Abschluss der jecken Zeit wird vielerorts mit einem gemeinsamen Fischessen – ohne Kostüm und Schminke - begangen.

 

Traditionell gehen Christen an Aschermittwoch in die Kirche und lassen sich ein Kreuz aus Asche auf die Stirn zeichnen. Die Asche stammt von verbrannten Palmzweigen des Osterfestes vom Vorjahr. Der Brauch stammt aus dem 6. Jahrhundert und wurde von Papst Gregor dem Großen erfunden, um seinen hemmungslosen Schäfchen vorab ein festes Ende zu bestimmen und soll die Gläubigen an die eigene Vergänglichkeit erinnern und zur Buße und Besinnung aufrufen. Für Christen beginnt jetzt auch die vierzigtägige Fastenzeit vor dem Osterfest (die jeweiligen Sonntage werden nicht mitgezählt). Im "Kirchenjahr" ist das Osterfest ein so genanntes bewegliches Fest, nachdem sich alle anderen beweglichen Feste ausrichten. Das Osterfest selbst richtet sich nach dem Mondkalender mit der Regel, dass immer an dem ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling Ostersonntag gefeiert wird.

 

Et Billa

Eine Büttenrednerin der Südinsulaner, die 1961 bei der katholischen Jugend Lindlar im Bergischen Land begann und über den Verband landrheinischer Karnevalisten Köln mit der Ausbildung zum Büttenredner(in) bis hin zur Mitgliedschaft bei den

Südinsulanern führte, wo sie fortan meistens ihr „Altargeschenk“ durch den Kakao zog. Leider verstarb sie am 1.August 2018 im Alter von nur 72 Jahren. Die Südinsulaner werden ihrer immer gedenken.

 

BDK

Der Bund Deutscher Karneval, die oberste Dachorganisation der Karnevalisten Deutschlands, dem auch die Südinsulaner angehören, beschreibt sein Aufgabengebiet selbst sehr treffend auf seiner Startseite, wenn er hier ausführt:

 

„Der Bund Deutscher Karneval ist für seine mehr als 5000 Mitgliedsvereine Ansprechpartner und Servicestation in einem. Unsere Vereine wiederum legen Wert darauf, das närrische Volk zu erreichen und Freude in unsere Zeit zu bringen. Dabei haben sie große Möglichkeiten, auch über ihre Jugendarbeit unendlich vielen Menschen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu geben. Karneval ist eben mehr als schnelles Vergnügen. Karneval ist Kulturgut unseres Volkes.“

 

Um dieses Ziel umzusetzen sind viele Karnevalisten auch tätig in Fachausschüssen. Zudem unterhält der BDK ein Museum modernster Art, welches einen Besuch immer lohnt.

 

Mehr zum BDK : http://www.karnevaldeutschland.de/

 

Büttenrede

In der Bütt, meist ein einfaches Fass, halten die Karnevalisten ihre Büttenrede. Bütt kommt von dem Wort „Waschbütt“ - eine Waschtonne, in der schmutzige Wäsche gewaschen wird. Im Karneval wird sie in Form der Büttenrede gewaschen: Der Redner kritisiert in humorvoller Weise Gesellschaft oder Politik. Bereits im Mittelalter hat der Narr Abweichungen von der Norm kritisiert. Unter der Besatzung der napoleonischen Militärmacht, begannen die Narren, mit Büttenreden die Politik zu kritisieren.

 

 

Die Büttenrede

Eine Büttenrede ist eine im westdeutschen Kulturraum zur Fastnachtszeit (Karneval, Fasching) abgelesene oder auswendig vorgetragene Rede. Sie ist meist gereimt und wird von einem speziellen Rednerpult („Bütt“, kölsch/rheinisch für Bütte) aus im lokalen Dialekt vorgetragen. Die Büttenrede geht auf die mittelalterliche Sitte des „Rügerechts“ zurück, in dessen Rahmen der einfache Mann zur Fastnachtszeit die Herrschenden ungestraft kritisieren durfte. Formal zeichnet sich die klassische gereimte Büttenrede durch ein sehr regelmäßiges Versmaß (z.B. fünfhebiger Jambus) aus, das es auch evtl. angetrunkenen Zuhörern erleichtert, dem Inhalt zu folgen. Sie ist häufig in mehrere Strophen eingeteilt, die – einem Kehrreim ähnlich – in derselben wiederkehrenden Pointe enden. Der bevorzugte Reim ist der Paarreim.

 

Das Rednerpult

Für die Bezeichnung des häufig in Form eines Fasses gestalteten Rednerpults als „Bütt“ gibt es mehrere Erklärungsversuche: vom leeren Weinfass, welches Anlass zur Bitterkeit gibt, über den Vergleich mit dem Spötter Diogenes, der in seiner legendären Tonne hauste, bis hin zum Bottich, in dem schmutzige Wäsche gewaschen wird.

Wird die Bütt einerseits zu mehr oder weniger offener, aber immer lustig formulierter Kritik an den Herrschenden genutzt, so werden andererseits auch ganz normale Witze erzählt. Allerdings hat sich zumindest in Köln in den letzten Jahren eine Gegenbewegung zum etablierten Sitzungskarneval gebildet, welche sich durch eben die Bissigkeit auszeichnet, die in mancher vom Fernsehen übertragenen Sitzung weggeschliffen scheint.

 

Den Auf- und Abtritt des Büttenredners begleitet die Saalkapelle mit einem – früher eigens für jede Gesellschaft komponierten – Büttenmarsch, der bekannteste hiervon dürfte der Narrhallamarsch sein.

 

Bützen

Das Bützen gehört zu den beliebtesten Ritualen im Karneval. Gebützt wird mit geschürzten Lippen auf die Wange. Das echte Bützje ist immer freundschaftlich gemeint und Ausdruck karnevalistischer Freude und Frohsinns und sollte nicht verwechselt werden mit anderen Begehrlichkeiten. Ein harmloses Bützje darf deswegen auch an quasi wildfremde Menschen verteilt werden und bietet keinen Anlass zu Eifersucht, denn es ist immer harmlos und unverbindlich.

 

Clown

Gestreifte oder getupfte Klamotten, meist mit roten Haaren und ebensolcher Nase - der Clown gehört zu den Klassikern der Kostümierung. Da es bei diesem Kostüm definitiv nicht um gutes Aussehen geht, ist es eine gute Verkleidung für den Straßenkarneval, denn Wärmendes kann problemlos unter dem weiten Kostüm versteckt werden.

Im Kölner Raum gibt es auch die Variante des "Lappenclowns": Jacke und Hose des Kostüms bestehen aus hunderten bunten Stofffetzen, die in mühevoller Arbeit zusammengenäht werden. Ursprünglich kommt der Clown aus der Zirkus-Manege, wo er mit seiner unbändiger Neugier, großen Emotionalität und seinem kindlichem Humor die Menge bei Laune hält. Im Karneval gehört das Clowns-Kostüm auf jeden Fall zu den beliebtesten Verkleidungen.

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